MES Auswahl mitten in der Krise?

Teil #3

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„Sollte ich jetzt mitten in der Krise mit einer MES Auswahl starten? Oder lieber warten, bis sich die Situation beruhigt hat und klarer ist, wo die Reise hin geht?“

Schauen wir uns das Ganze doch einmal aus der DATEN Perspektive an.

Hier soll es vor allem darum gehen, dass ein MES überhaupt erst einmal eine sinnvolle (Produktions-) Datenbasis schafft und damit weitere Digitalisierungsprojekte zur Optimierung der Produktion erst ermöglicht.

Wie ist das gemeint?

Das MES hilft Ihnen, Ihre Produktion zu steuern und zu überwachen. Dafür ist ein MES gedacht und auch ausgelegt, nämlich jede Menge Produktionsdaten im richtigen Kontext aufzunehmen und zu verarbeiten. Die Steuerung und die Überwachung durch das MES basiert auf „ZDF – Zahlen, Daten, Fakten“. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich auf die einlaufenden Daten verlassen können – und zwar auf alle. Nur dann ist gewährleistet, dass Auswertungen, Überwachung oder die Steuerung und Orchestrierung verschiedener Ablaufe in der Produktion tatsächlich auch sauber funktionieren. Vielleicht kennen Sie den Informatiker Spruch: „Garbage in – Garbage out“. Frei übersetzt bedeutet das, dass Sie mit qualitativ schlechten Daten, die Sie in das System übermitteln eben auch schlechte Resultate erzielen werden. Damit haben Sie dann aber auch ihr Ziel verfehlt, Ihre Produktion effektiver und zielgerichteter zu steuern und zu überwachen.

Dazu gehören saubere Stammdaten genauso wie die Kenntnis, welche Quellen an Ihr MES angebunden sind und wie sie dieses mit Daten versorgen.

Typische Quellen sind z.B.

  • Ihr ERP System,
  • Ihre Maschinen,
  • Sensoren,
  • Messprogramme,
  • QA Anwendungen, 
  • Reportingsysteme,
  • Logistikanwendungen 
  • u.s.w.

Jede dieser Datenquellen hat ihre eigene Datenstruktur, ihren eigenen Zeitrhythmus (wie schnell, welche und wie viele Daten werden gesendet) und ggf. weitere Besonderheiten, die es bei der Integration zu beachten gilt. Nur wenn die Integration korrekt funktioniert haben Sie auch die Gewähr, dass Ihr MES mit sauberen Daten versorgt wird. Daten, denen Sie vertrauen können.

Nutzen Sie die Einführung eines neuen MES daher auch als Chance zur Datenberäumung, Datenkorrektur bzw. zur Konsolidierung. Legen Sie fest, welches System der „Master“ für bestimmte Daten ist. Denken Sie auch an die Organisation: wer ist verantwortlich für welche Stammdaten?

Sehen Sie das MES Einführungsprojekt bzw. auch schon den Auswahlprozess für ein neues System als Chance, Ordnung in Ihren Daten herzustellen. Glauben Sie mir: später im operativen Betrieb ist es unheimlich schwierig, solche Korrekturen noch vorzunehmen. Als Folge davon haben Sie dann eben wieder Unklarheiten, unsaubere Datenlagen für Entscheidungen, Probleme mit Schnittstellen zwischen Systemen usw. – also genau das, was Sie eigentlich in Zukunft besser machen wollten 😉

Hand aufs Herz: wie vertrauenswürdig ist denn ein System, das falsche bzw. „schlechte“ Daten ausspuckt? Schwierig, einem solchen System zu vertrauen! Aber genau darum geht es – in Zukunft übernimmt das System bestimmte Entscheidungen und wir müssen diesem System (und damit der getroffenen Entscheidung) vertrauen können! Insofern ist es wichtig, dem Thema Daten von Anfang an mit dem richtigen Mindset zu begegnen. Und – Sie ahnen es längst – auch das benötigt wieder Ihre Zeit und Ihre Ressourcen.

Noch ein weiterer Gedanke zum Thema „Daten“ – einfach, weil es so wichtig ist.

Sicher kennen Sie den Slogan: 

Data is the new oil. 

Das ist definitiv richtig, jedoch steht davor eben das besagte „Daten“ Mindset Ihres Unternehmens und auch einiges an Arbeit. Damit aus Daten wertvolle Erkenntnisse gezogen werden können, braucht es einige Voraussetzungen und Zeit!

Zeit, damit sich zunächst einmal eine sinnvolle Datenbasis aufbauen kann. Anwendungsfälle in der Produktion wie z.B. eine Statistische Prozesskontrolle (SPC) funktionieren nur dann, wenn eine statistisch signifikante Datenmenge ausgewertet werden kann und die auszuwertenden Daten valide sind. Das gilt natürlich auch für jegliche weitere Nutzung, egal ob es um die Erkennung einer Abweichung, eines fehlerhaften Maschinenzustandes oder die automatische Auswertung und Kategorisierung eines Messergebnisses geht. 

Um in Zukunft Ihre Produktion weiter zu flexibilisieren (z.B. in Hinblick auf weitere Produktvielfalt oder individuelle Kundenwünsche und Produktions-Losgrößen) sollte also die sich aufbauende Datenbasis vor allen Dingen „sauber“ sein. Damit ist gemeint, dass die Daten korrekt, gültig und im richtigen Kontext abgespeichert sind. Den Aufwand, um zu dieser guten und sauberen Datenbasis zu gelangen, sollten Sie nicht unterschätzen. Ein großer Schritt ist es schon einmal, wenn das MES von Anfang an mit sauberen Stammdaten aus allen angebundenen Datenquellen startet. 

Weiterhin lohnt es sich die Verantwortlichkeiten für die Daten in der Organisation klar zu regeln! Welches System ist der „Master“ für bestimmte Stammdaten und welcher Abteilung obliegt es demzufolge, die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Stammdaten sicherzustellen? Das „Daten“ Mindset weiter gedacht werden Sie zukünftig auch Data Scientists in Ihrer Organisation benötigen, die im weiteren Verlauf mit diesen Daten arbeiten und daraus neue Ideen und Erkenntnisse gewinnen werden. Es ist also wichtig, Daten von Anfang an als „Rohstoff“ zu betrachten und hier dieselbe Sorgfalt und Ernsthaftigkeit an den Tag zu legen, wie Sie das z.B. für eine wertvolle Zuliefercharge tun. Müssen Sie diese u.U. teuer einkaufen, werden sie die Zuliefercharge natürlich vor Verarbeitung in Ihrer Produktion einer sehr genauen und präzisen Eingangs-Qualitätskontrolle unterziehen. Dasselbe sollten Sie auch mit Ihren Daten tun.

Sie sehen, es lohnt sich jeglicher Aufwand in eine saubere Datenlandschaft – und zwar von Anfang an:

  • Mit Einführung des MES starten Sie mit sauberen Daten (und Verantwortlichkeiten dafür) in die digitale Produktion
  • Sie wissen es schon: saubere Daten = saubere Arbeit durch das MES = sauberes Reporting – Sie arbeiten besser in der Produktion und Sie erhalten im Nachgang saubere Produktionsreporte und bessere Informationen
  • Auf Basis Ihrer ständig wachsenden Produktionsdaten können Sie weitere wertvolle Erkenntnisse zu Ihren Produktionsprozessen, Logistikprozessen, Umgang mit Messungen und Abweichungen etc. gewinnen.
  • Dieses Wissen fließt wieder zurück in eine optimierte Produktion, eine verbesserte Mess-Strategie, eine verbesserte Produktionslogistik – wo auch immer Sie Potential haben. Der Erfolg hängt dabei wesentlich von der Qualität Ihrer Daten ab. Ebenso ist es die Voraussetzung für weitere zukünftige Projekte.

 

Fazit:

Die Produktionsdigitalisierung generiert jede Menge Daten. Wichtig ist jedoch, dass es „saubere“ Daten sind, auf die Ihr Unternehmen tatsächlich auch bauen kann. Das erfordert Zeit und den Aufbau eines „Daten“-Mindsets im Unternehmen. Wieder ein Grund mehr, sich mit der MES Auswahl bzw. Digitalisierung der Produktion eher heute als morgen zu beschäftigen. Auch wenn Sie unsicher sind: den Aufwand, die derzeitig genutzten Daten im Hinblick auf eine spätere mögliche Nutzung im MES zu analysieren und ggf. zu korrigieren kann man auf jeden Fall starten.

Was ist Ihre Meinung? Das Thema Daten erst nehmen und umgehend starten oder lieber doch abwarten, wie sich die Lage weiterentwickelt?

 

Was ist Ihr Weg zur Produktionsdigitalisierung? 

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