MES Auswahl mitten in der Krise?

Teil #2

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„Sollte ich jetzt mitten in der Krise mit einer MES Auswahl starten? Oder lieber warten, bis sich die Situation beruhigt hat und klarer ist, wo die Reise hin geht?“

Im zweiten Teil dieser Blogserie geht es um den Faktor Zeit.

Sie arbeiten an einem strategischen Investitionsprogramm in die Zukunft Ihres Unternehmens.

Was genau ist damit gemeint? Zum einen geht es hier eben nicht um die Einführung eines neuen Office Programms, welches man bei Nichtfunktionieren oder Nichtgefallen wieder löscht. Es geht um eine Software zur effektiven Steuerung und Überwachung Ihrer Produktion. Das beinhaltet, dass Sie sich im Vorfeld Gedanken über eine ganze Reihe von Schnittstellen machen müssen und dass es im Unternehmen zukünftig viele Leute geben wird, die mit dem MES in Berührung kommen.

Sie integrieren ein MES in Ihr Unternehmen – das ist sowohl IT-technisch als auch organisatorisch gemeint. Es ist ein Stück strategische Software, das sie nur schwer wieder „zurückrollen“ können und auch das nur bis zu einem bestimmten Punkt. Ab diesem Punkt haben Sie zu viele (Produktions-) Daten im neuen System, d.h. es ist praktisch unmöglich, wieder „zurück zum alten System“ zu schalten. Dies gilt unabhängig davon, ob bereits eine Software im Einsatz ist, oder Sie die Daten per Hand erfassen. Abgesehen davon ist es ja definitiv nicht Sinn und Zweck einer MES Einführung, dieses neue System wieder zurückzurollen – im Gegenteil! 

Genau deshalb empfiehlt es sich, sehr genau auszuwählen, was man kauft! Das MES muss zu Ihrem Unternehmen passen! 

Es macht unbedingt Sinn, den Aufwand für 

  • Ihre Strategie in Richtung Produktionsdigitalisierung und Industrie 4.0,
  • Ihre Zielsetzung speziell für die MES Einführung und vor allem auch die Frage „woran erkennen wir, dass wir unser Ziel erreicht haben“ (siehe Blogbeitrag Klarheit bei der MES Auswahl),
  • vor allem auch in eine saubere Ermittlung all Ihrer Anforderungen (Tipps siehe Blogbeiträge Anforderungen und Integration )

zu investieren. 

Sicher kennen Sie den Spruch: „Wer billig kauft, kauft doppelt“ – abgewandelt kann man sagen: „Wer nicht im Vorfeld seine Hausaufgaben macht, benötigt die doppelte Zeit und Budget“. Überlegen Sie sich doch einmal, was es bedeutet, wenn Sie wie oben dargestellt ein „MES zurückrollen“ müssen. Andersherum ist es so, dass Sie mit gemachten „Hausaufgaben“ sehr klar wissen, was genau Sie benötigen, bis wann Sie es benötigen und warum.

Zum anderen geht es auch um das Mindset im Unternehmen. Es ist ein anderes Produzieren, wenn ein System vorgibt, in welcher Reihenfolge Produkte gefertigt werden sollen oder was an einer bestimmten Maschine passiert. In Zukunft wird das Wissen der Ingenieure und Werker im System abgebildet. Darauf muss man sich einlassen und dazu gehört auch das Vertrauen in das System. Ein weiterer Punkt, der dafür spricht, entsprechendes Knowhow im Unternehmen aufzubauen.

Das braucht Zeit und auch den Willen in ein solches Mindset und auch die entsprechende Software zu investieren. Das Ganze braucht dann auch die permanente transparente Kommunikation auf allen Ebenen. 

Sehen Sie es so: Sie gehen damit auf eine Reise. Was genau für Sie letztendlich hinter der Vision „Industrie 4.0“ steht, ist Ihre Entscheidung und wird individuell für Ihr Unternehmen, Ihre Tochterfirmen, Ihre Logistikkette oder weitere Partner und Kunden umgesetzt. Sie bestimmen wo sie hinwollen und wann. Allerdings: Sie müssen sich auf den Weg machen! 

Die MES Auswahl ist ein erster Schritt in Richtung Digitalisierung Ihrer Produktion. Sie werden auf dem Weg sehen, dass sich Prozesse und Abläufe in Ihrem Unternehmen u.U. eben nicht so einfach digitalisieren lassen. Ebenso ist klar, dass auch nicht alles automatisiert werden kann. Automatisierung funktioniert nämlich genau dann, wenn Prozesse und Abläufe eindeutig und klar beschrieben sind und ohne (oder nur mit klar beschreibbaren) Abweichungen. Wichtig ist – hier sprechen wir nicht von „gefühlten Abweichungen“ oder „gefühlten Problemen“, sondern von „ZDF – Zahlen, Daten, Fakten“. Auf Basis dieser Zahlen, Daten, Fakten wird die Produktion gesteuert und auf Abweichungen reagiert. Es ist also ein ganzes Stück Weg, Prozesse und Abläufe so sauber zu beschreiben, dass sie automatisierbar sind.

All das sind Themen an denen Sie Lernen und Wachsen dürfen. Und: all diese Themen brauchen ihre Zeit. Das Schöne ist aber, dass mit fortschreitender Lernkurve weitere Themen schneller und zügiger umgesetzt werden können, eben weil sich Dinge bereits eingeschliffen haben und ein entsprechendes Mindset vorherrscht.

Um den Gedanken noch klarer zu machen: 

Ihre weitere Digitalisierung könnte – nach dem MES Rollout – vielleicht so aussehen: „Starten Sie mit kleinen Projekten und skalieren Sie entsprechend.“  Das kann – wie im Bild (Quelle: Deloitte. Analysis) dargestellt – der Start mit einer Maschine, einem bestimmten Logistikablauf, einer speziellen Qualitätsmessung etc. sein. Haben Sie das, geht es weiter – zur nächsten Maschine, zum nächsten Prozess bis hin zur gesamten Produktionslinie, dann erweitern Sie auf alle Linien einer Fabrik, dann weiter über mehrere Fabriken. 

pa_beitrag. from small to big

Warum dieses Vorgehen? Zum einen haben Sie mit jedem einzelnen dieser sogenannten „Proof-of-Concept“ Projekte bei erfolgreichem Verlauf ein Erfolgserlebnis, welches auch die Kollegen inspiriert. Es sind genau diese Erfolge die immer weiter auf ihr unternehmerisches Digitalisierungs-Mindset einzahlen. Zum anderen – selbst wenn das Projekt nicht voll erfolgreich lief – Sie haben wieder eine Menge gelernt! Das gehört dazu – Sie Lernen beim Gehen. Damit sind wir ein weiteres Mal beim Faktor Zeit! 

Jedes Projekt, jedes Lernen benötigt Zeit. Daher lohnt es sich, genau JETZT anzufangen.

Wie gesagt, der Einsatz eines MES ist erst der Anfang. Sie haben damit im ersten Schritt getan und sie starten nun damit, Produktionsdaten zu sammeln. Der Vorteil ist, dass Sie diese Produktionsdaten dank MES im richtigen Kontext sammeln, d.h. Daten aus Ihrer Produktion, Ihren Maschinen oder Sensoren werden mit dem richtigen Zeitstempel und dem richtigen Kontext (welches Produkt wurde gerade produziert, an welcher Maschine, mit welchen Randbedingungen) abgespeichert. Das Ganze passiert automatisch und in Echtzeit. Das ist ein wichtiger Vorteil, denn sie benötigen eine brauchbare Datenbasis um Ihre Produktion zu steuern. So macht es wenig Sinn, wenn Daten erst mit einer Verzögerung händisch „irgendwann“ zurückgemeldet werden. Dann ist ein korrekter Kontext definitiv nicht mehr gegeben und somit natürlich auch keinerlei sinnvolle und vor allem zeitnahe Reaktion auf etwaige Abweichungen. Mehr zum Thema Daten in weiteren Blogartikeln. Hier soll es vor allem darum gehen, dass ein MES überhaupt erst einmal eine sinnvolle (Produktions-) Datenbasis schafft und damit weitere Digitalisierungs-Projekte erst ermöglicht. 

Fazit: der Faktor Zeit ist extrem wichtig, Warten ist keine Option. 

Es benötigt Zeit, sich Gedanken und Strategien zur Digitalisierung der Produktion bzw. des Unternehmens zu machen. Es benötigt ebenso Zeit, eine MES Auswahl ordentlich vorzubereiten und die „Hausaufgaben“ in Sachen Projektziele, Anforderungen und Randbedingungen zu machen. Ebenso ist es eine Frage der Zeit und des Willens, dass sich im Unternehmen tatsächlich ein echtes Digitalisierungs-Mindset ausbildet. Vielleicht ist daher die aktuelle Situation, in der es u.U. gerade keine Vollauslastung gibt, eine Chance, sich genau diese Zeit zu nehmen und in die Zukunft des Unternehmens zu investieren. 

Was ist Ihre Meinung? Jetzt Starten und die Zeit nutzen oder Abwarten?

 

Was ist Ihr Weg zur Industrie 4.0? 

Sie möchten jetzt starten und haben jeden Menge Fragen?

Nutzen Sie die Möglichkeit und vereinbaren Sie ein kostenloses Strategiegespräch! Ich versichere Ihnen: es lohnt sich – freuen Sie sich auf Klarheit und das gute Gefühl, definitiv einen Schritt weiter zu sein. 

Klicken Sie hierzu einfach auf den blauen Button unter diesem Blogbeitrag. Ich freue mich auf Sie!

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