Klarheit bei der MES Auswahl

Teil #4

Klarheit im MES Auswahlprozess. Klarheit bei der finalen Entscheidung.

Genau darum geht es im 4. Teil der Blogserie.

MES Auswahl – Klarheit im Auswahlprozess und der Entscheidungsfindung!

Im bisherigen Verlauf haben Sie bereits Klarheit über folgende Punkte gewonnen. Sie kennen nun

  • Ihre Projekt Ziele
  • Ihre Projekt Randbedingungen, besonders
    • Budget (ggf. auch das Budget/Phase….)
    • Zeitleiste (Gesamtzeitleiste, Zeit/Phase, Zeit für die Auswahl)
    • Umfang (Maschinenintegration, Datenmigration, Anbindung an ERP, Reporting…)
  • Sie kennen Ihre Technische Anforderungen,
  • Ihre Nicht-technischen Anforderungen und
  • Ihre Anforderungen hinsichtlich der Integration in Ihre Produktions und IT Landschaft
  • Ihre Anforderungen an den Hersteller

Dies sind wichtige Erkenntnisse, die Ihnen im weiteren Verlauf gute Wegweiser sein werden, wenn es um verschiedenste Fragestellungen bei der MES Auswahl geht.

Klarheit im Auswahlprozess

Ihre Anforderungen haben Sie in einem Lastenheft niedergeschrieben und an verschiedene MES Hersteller verschickt. Nun halten Sie die ersten Antworten in der Hand.

Jetzt –  im „Paperwork Prozess“ – haben Sie mit den Resultaten aus der vorherigen „Hausaufgaben“ Phase erste gute Anhaltspunkte, um mit der ersten Eingrenzung möglicher Kandidaten zu beginnen.

Je klarer Sie in Bezug auf Ihre Randbedingungen und Anforderungen bisher waren, desto weniger aufwendig ist nun die erste Sichtung/Auswertung.

Bevor wir noch etwas in die Tiefe gehen, möchte ich gern eine wichtige Prämisse voranstellen:

„Es gibt kein gutes oder schlechtes MES.“

Wie ist das gemeint? Jedes MES am Markt hat seine Berechtigung und natürlich hat jedes MES auch seine individuellen Stärken und Schwächen. Allerdings macht es nun wenig Sinn, in einer Übersicht die Stärken und Schwächen aufzulisten und „abzuhaken“. Vielmehr ist es doch so, dass es eine sehr individuelle Einschätzung ist, welches Merkmal denn eine Stärke und welches eine Schwäche ist. Bestimmte Merkmale, die ein Kunde als Stärke ansieht, betrachtet ein anderer Kunde vielleicht als nachteilig. Insofern muss die Frage für das jeweilige Unternehmen lauten: „Welches MES passt denn am besten zu uns?“

Genau diese Frage gilt es im Auswahlprozess zu beantworten. 

Paperwork

Dazu haben Sie mit den erhaltenen Ausschreibungsunterlagen die ersten Informationen an der Hand. Je nach Umfang und Tiefe der Ausschreibung haben Sie ggf. schon Randbedingungen wie die Zeitleiste, der Umfang oder auch die Integration in verschiedenen Phasen thematisiert.

Wenn Sie in der Vorbereitungsphase auch schon das Thema Maschinenintegration angegangen sind und vielleicht auch die besprochene Maschinenübersicht mit in die Ausschreibung gegeben haben, können Sie auch an dieser Stelle aus den Antworten bereits erste wichtige Schlüsse ziehen.

Sie erfahren z.B. ob der MES Hersteller die Integration der Maschinen selbst vornimmt, oder mit einem Integrator zusammenarbeitet. Ebenso erfahren Sie, wie der MES Hersteller das Thema technisch angeht. Hier geht es um Architekturfragen, also ob die Maschine direkt über eine Schnittstelle an das MES angebunden wird, oder ob es beispielsweise eine zusätzliche Frameworklösung zur Maschinenintegration gibt. Je nach Umfang der Lösung hat das Einfluss auf die Zeitleiste, z.B. wenn Trainings erforderlich werden, bzw. weitere Infrastruktur notwendig wird.

Sicher hängt die Bewertung dieser Fragestellung auch davon ab, wie Sie dieses Thema zukünftig operativ handhaben möchten. Gehen Sie unbedingt davon aus, dass weder die Anzahl der Maschinen, die Maschinentypen, noch der Umfang des Datenaustausches „in Stein gemeiselt“ ist. Wie möchten Sie Erweiterungen und Änderungen handhaben? Haben Sie die Kapazitäten dafür, dann lohnt sich ggf. ein Aufsatz, der Ihr Team in die Lage versetzt, zukünftige Änderungen und Erweiterungen selbst vorzunehmen.

Gehen wir nun einen Schritt weiter:

Aus den Auswertungen auf Papier haben Sie sicher ihre erste Übersicht bzw. ein erstes Ranking vorgenommen.

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Achten Sie darauf, dass Sie mit einem einheitlichen Template arbeiten. Wichtig ist ebenfalls, dass es für die Bewertung Klarheit und Einigkeit hinsichtlich der Bewertungskriterien gibt! Auch hier hilft Ihnen Klarheit in der Vorbereitungsphase, denn bei der Diskussion Ihrer Randbedingungen kommen Sie fast automatisch zu Bewertungskriterien, die Sie ansetzen können.

Bewertet werden sollte selbstverständlich nicht nur die Abdeckung hinsichtlich technischer Funktionalitäten – vielmehr muss das Gesamtpaket stimmen und zu Ihren Zielen passen!

Ihr Ranking wird in dann im nächsten Schritt dazu führen, dass Sie Ihre Top3, Top5, TopX einladen zur Demo Phase.

MES Demonstrations- Phase

Wie mehrfach gesagt, steht die Frage „welches MES passt am besten zu unserem Unternehmen?“

Sehr typisch ist, dass die Hersteller zu den Demos eine Standard Demonstration Ihres MES mitbringen. Das ist gut, aber im Sinne von Klarheit stellt sich die Frage: „können wir damit tatsächlich herausfinden, ob das MES zu uns passt?“

Sicherlich ist das eher nicht der Fall, daher empfiehlt es sich, die MES Demo in jedem Fall zu individualisieren.

Wie? Geben Sie vorab Informationen an den Hersteller, welche Anwendungsfälle („Use Cases“) Sie gerne dargestellt haben wollen. Dabei geht es weniger darum, das der Use Case in vollem Umfang und voller Schönheit gezeigt wird, sondern mehr um folgende Fragen/Aspekte:

  • Hat der Hersteller Ihren Use Case verstanden und weiss er, was das erwartete Ergebnis ist?
  • Spricht der Hersteller Ihre „Sprache“
  • Wie wurde der Use Case umgesetzt? Wurde konfiguriert oder programmiert? Wie aufwendig war das?
  • Für Sie ist interessant: Sie kennen den Use Case und erhalten ein Gefühl, wie das Ganze zukünftig im MES aussehen wird.
  • Genau das ist der Moment, wo Sie ein recht gutes Gefühl entwickeln können, wie gut das MES zu Ihnen passt 🙂
  • Ein Tipp noch: wenn der Hersteller mit einem Integrator zusammenarbeitet, stellen Sie sicher, dass die Demo möglichst als Team gehalten wird. Auch hier erhalten Sie wertvolle Erkenntnisse, wie das Team funktioniert und Sie haben die Möglichkeit die Experten direkt kennenzulernen.

Wenn Sie sich nun fragen: lohnt sich der Aufwand, speziell für eine individualisierte Demo?

Dann kann ich Ihnen aus meiner Erfahrung sagen: Unbedingt!

Ich bin nicht der Meinung, dass man eine strategisch wichtige Software wie ein MES mal eben über einen simplen Feature- und Preisvergleich auswählen sollte. Schließlich legen Sie damit einen entscheidenden Grundstein für die Digitalisierung und weitere Automatisierung Ihrer Fertigung! Das MES soll in Ihrem Unternehmen „auf die Strasse kommen“. Dem sollten Sie Rechnung tragen!

Neben den (bitte individualisierten) Demos sollten Sie auf jeden Fall die Möglichkeit von Referenzbesuchen – derzeit eher Referenz Calls – nutzen! Gerade dann, wenn Sie die Chance haben, mit Projektleitern von Referenzprojekten sprechen zu können, haben Sie die Möglichkeit viele wichtige Informationen und Best Practices zu erhalten oder aus Fehlern zu lernen. Nutzen Sie das!

Noch ein Tipp zur Auswertung: machen Sie die Auswertung im Team und immer direkt im Anschluss an die Demo. Dann sind die Eindrücke noch frisch und können sauber in Ihr Auswerte Template einfließen. Nichts ist schlimmer, als sich mit ein paar Tagen oder Wochen Abstand eine Bewertung „aus den Fingern“ zu saugen. Das ist dann auch nicht im Sinne des Projektes, denn dann kann man sich den Aufwand vorab tatsächlich sparen.

Klarheit in der finalen Entscheidung

Sie sehen: Klarheit in allen bisherigen Phasen und ein Roter Faden hat Sie in die finale Entscheidungsrunde geführt.

Typischerweise ergibt sich nach der Demo Phase und den Referenzbesuchen schon eine ernstzunehmende Präferenz. Wichtig ist es nun das Ganze im Team intensiv auszuwerten. Gibt es noch offene Fragen oder Hausaufgaben, die zugearbeitet werden müssen? Wo gibt es noch Punkte, die eine Nachverfolgung benötigen?  Sind noch weitere Informationen seitens der Hersteller versprochen worden? Haben Sie z.B. Informationen darüber, wie Themen in späteren Phasen bearbeitet werden und zu welchem Preis? Ist das Ihnen „Gesamtpaket“ klar?

Schauen Sie sich das „Gesamptpaket“ genau an: wie gut passt das MES nicht nur aus der technischen Perspektive, sondern auch wie weit werden Ihre (Projekt) Randbedingungen unterstützt. Das sind u.a.

  • Zeitleisten (u.U. mehrere Phasen)
  • Budget
  • Maschinenintegration
  • Integration in Ihre IT und Produktionslandschaft
  • Ihr Eindruck vom Team des Herstellers/Integrators
  • die vorgestellte Projektabwicklung seitens des Herstellers/Integrators
  • Etc.

Denken Sie daran: Sie stehen vor einem umfangreichen Projekt! Sie haben es jetzt in der Hand, in dieses Projekt mit optimalen Startbedingungen zu gehen.

Last but not least: Treffen Sie eine Entscheidung! Sind Sie mit Klarheit und einem Roten Faden bis hierhergekommen, sollte das kein wirkliches Problem sein. Mir ist natürlich klar, dass es immer auch „politische“ Randbedingungen gibt. Stehen Sie als Unternehmen hinter Ihrer Entscheidung! Bitte denken Sie daran: das MES muss bei Ihnen auf die Straße kommen, sprich Ihre Organisation muss das MES nutzen! Nur dann werden Sie am Ende den gewünschten ROI erreichen und Ihr Unternehmen erfolgreich fit für die Zukunft machen. Ihre klare Entscheidung wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten!

Thats it! Gratulation!

Mit Ihrer klaren Entscheidung haben Sie die Weichen erfolgreich gestellt. Nun geht es weiter in die kommerziellen Verhandlungen, aber noch viel wichtiger: Sie sind erfolgreich auf dem Weg zu Ihrem  MES Integrationsprojekt!

 

Im letzten Teil der Serie möchte ich mein Versprechen einlösen und noch einige Gedanken und Tipps rund um das Thema MES Auswahl geben. Stay tuned!

 

Klarheit für Sie!

Sie benötigen Klarheit für Ihre MES Auswahl? Sie sind bereits mitten in der Auswahlphase, können aber keine richtige Entscheidung treffen? Sie benötigen Anregungen und Ideen, wie genau man denn eine MES Demo „individualisiert“?

Nutzen Sie die Möglichkeit eines kostenfreien Strategiegespräches! Eines steht fest: Sie sind danach definitiv einen Schritt weiter!

Klicken Sie hierzu einfach auf den blauen Button unter diesem Blogbeitrag. Ich freue mich auf Sie!

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