Klarheit bei der MES Auswahl

Teil #1

Inhalte

„Klarheit möchte wohl jeder gern, besonders wenn es um „kniffelige“ technische Entscheidungen geht. Dazu zählt in jedem Fall auch die Auswahl eines neuen MES.“

Das MES ist (oder wird) ein zentraler Dreh- und Angelpunkt, wenn es um die Daten aus Ihrer Produktion geht. Das bedeutet, dass ein großer Teil Ihres Teams mit diesem System arbeiten wird bzw. mit ihm in Berührung kommt. 

Klarheit ist wichtig und das von Anfang an!

Ganz am Anfang steht sicher die Frage: „Warum machen Sie das Projekt?“

Dafür könnte man nun beliebige Schlagworte bemühen: „Digitalisierung“, „Einstieg in Industrie 4.0“, „Automatisierung der Produktion“, oder in der aktuellen Situation könnte es lauten: „Überwachung der Produktion vom Home-Office aus“, „Remote Steuerung“, „Fehlererkennung aus der Ferne“, „Online Übersicht über aktuelle Produktionskennzahlen“ etc.

Es startet also schon mit der Klarheit bei den Projektzielen, also konkret der Frage:

„Warum machen Sie ein MES Projekt?“

Und: „WORAN erkennen Sie am Ende, dass Sie Ihre Ziele erreicht haben?“

Dies sind die wichtigsten Fragen, die Sie sich ganz am Anfang eines MES Projektes stellen sollten. Gehen Sie weg von Schlagwörtern – entscheidend ist, was für IHR Unternehmen, IHRE Produktion, IHRE Logistik, IHRE Mannschaft wichtig ist. Das sind definitiv Ihre ganz eigenen Randbedingungen und Schwerpunkte.

Vielleicht haben Sie ja ohnehin konkrete Ansatzpunkte, wie zum Beispiel:

  • die Optimierung der Produktionslogistik,
  • besseres Handling und Überwachung von Fremdarbeitsschritten
  • automatisierte Auswertung von Messergebnissen,
  • eine bessere Werkerführung, um Fehleingaben zu vermeiden
  • u.s.w.

die Sie ohnehin schon „vor Augen“ haben.

Dazu sei angemerkt, dass es genau solche Anwendungsfälle („Use Cases“) sind, die das Potential haben, Ihnen einen schnellen (Teil-)Projekterfolg zu bescheren:  Viele im Unternehmen kennen das „Brennpunkt-Thema“ entweder als direkt oder ggf. als indirekt Betroffene. Umso schöner ist es, wenn dank des neuen MES genau dafür eine Lösung geschaffen wird. Somit wirkt das Ganze auch als Akzeptanzverstärker für das neue System. 

Die Organisation mitnehmen – Klarheit in der Kommunikation

Apropos Akzeptanz – damit sind wir bei einem weiteren wichtigen Aspekt: Klarheit und Transparenz in der internen Kommunikation des MES Projektes. Hier hilft es, wenn Sie die „Hausaufgaben“ im ersten Schritt gemacht haben und sich einig sind, WARUM Sie das MES Projekt machen und WORAN Sie Ihren Projekterfolg messen können. Mit einer offenen, klaren Kommunikation von Anfang an, erhöhen Sie die Akzeptanz für das neue MES im Unternehmen ungemein. Dies gilt übrigens vom Anfang bis zum Ende des Projektes, eine nette Ankündigung auf der Betriebsversammlung ist sicher nicht ausreichend.

Wichtig ist hierbei vor allem, die Kollegen abzuholen, die später direkt mit dem MES arbeiten werden! Klarheit und Transparenz erreichen Sie dabei auch, wenn Sie Anforderungen bzw. Geschäftsprozesse, interne logistische Abläufe, Kommunikationsketten oder auch Abläufe und Besonderheiten an den Maschinen mit den Kollegen besprechen, die direkt damit arbeiten. Sie erhalten dadurch nicht nur Feedback, was wichtig ist, sondern vor allem auch wertvolle Informationen, was genau verbessert werden kann.

Denken Sie daran: Ihre Investition in ein MES wird nur dann erfolgreich, wenn das MES „auf der Strasse ist“ – also Ihre Organisation das System tatsächlich nutzt!

ROI Betrachtung – Ihre Investition in die Zukunft

Ein Wort zur ROI Betrachtung für das MES Projekt. Dies ist typischerweise keine einfache Prozedur, weil man eben viele Dinge nur annehmen aber (ggf. auch später) nicht immer 1:1 in EUR umrechnen kann. Natürlich muss man als Unternehmen die Projektkosten den Chancen und zukünftigen Nutzen gegenüberstellen.

Typische ROI Themen sind dabei:

  • Produktvitätsverbesserung (Durchlaufzeiten, Ermöglichung höheres Produktionsvolumen, Liefertreue,..)
  • Qualitätsverbesserung (Produktqualität, Produktausbeute, Verringerung Retouren, etc)
  • Steigerung der Produktionseffizienz (stabilere Produktion, pünktliche Lieferung, Reduktion von Nacharbeit,…)
  • Bessere Agilität – Anpassungen für neue Produkte, Produktmodifikationen, oder auch Verbesserung einzelner Schritte
  • Erfüllung von Dokumentationsanforderungen / -regularien 

Mein Vorschlag: Sehen Sie es vor allem als Investition in die Zukunft!!!!

Dies ist nicht nur ein platter Spruch: wir leben im Informationszeitalter – dies wird, glaube ich, momentan jedem bewusst. Aber wir sehen auch: nicht jede Information ist korrekt, bzw. gut und hilfreich…. 

Also, auch wenn das Schlagwort „Digitalisierung“ naheliegt – sehen Sie Ihren Chancen von morgen:

Mit dem MES fangen Sie an regelmäßig und durchgängig Daten in Ihrer Produktion zu erfassen und vor allem, diese auch im richtigen Kontext abzuspeichern! Allein damit haben Sie einen großen Schritt nach vorn gemacht – Sie sammeln Daten die Ihnen zukünftig jede Menge wertvolle Informationen liefern. Ab sofort arbeiten Sie also mit „ZDF – Zahlen, Daten, Fakten“ – also mit Informationen, denen Sie trauen können und die Ihre Entscheidungsfindung vereinfachen. Je mehr Daten Sie sammeln, desto mehr Möglichkeiten haben Sie für Analysen, nicht nur Fehleranalysen, sondern auch Analysen Ihres Produktionsprozesses.

Dieses „Mehr an Daten“ kann später bedeuten:

  • effektivere Fehlersuche und -behebung möglich
  • automatische Fehlererkennung und -behebung – weil Sie jede Menge Vergleichsdaten gesammelt haben und Ihre Prozesse besser kennen
  • mehr Kenntnisse und Einsichten ihres Fertigungsprozesses – daraus können Sie Lernen und Produktion verbessern – Sie erhalten wertvolle Einsichten in Ihre Produktion und können wichtige Parameter ableiten und diese steuern
  • Simulation möglich – nicht nur, um den optimalen Durchlauf für Ihre laufenden Produkte zu ermitteln, vor allem auch wenn es um die Entwicklung neuer Produkte geht
  • Änderungen am Maschinen-Setup können am virtuellen Modell („Digital Twin“) getestet werden, ohne die laufende Produktion zu beeinträchtigen 

Klarheit der Projekt-Randbedingungen

Sie sind sich einig: ein MES Projekt macht Sinn!

Dann schaffen Sie als Voraussetzung für ein erfolgreiches Projekt auch Klarheit über Ihre Randbedingungen. Wie machen Sie das? Stellen Sie Fragen!

Was ist Ihr Budget?

Betrachten Sie es als Projekt, möglicherweise unterteilt in mehrere Phasen! Definieren Sie ggf. ein Budget pro Phase. Für das MES Projekt stellen sich typischerweise folgende Budgetfragen:

  • Lizenzkosten MES
  • Lizenz Datenbank(en)
  • Kosten für (zusätzliche) Hard- bzw. Software
  • Projektkosten, also Kosten für die Einführung der Software und die Integration in Ihre IT Landschaft (z.B. Anbindung an ERP, Reporting)
  • Kosten für Maschinenanbindung 

Was ist Ihr Projektumfang?

Was wollen Sie im Projekt umsetzen?

  • MES Einführung (komplett, nur bestimmte Module, Start mit bestimmten Produkten, Start mit der ersten Phase, etc…)
  • mit oder ohne Maschinenanbindung
  • mit oder ohne Anbindung an ERP
  • mit oder ohne Anbindung an interne Softwarelösungen, z.B. für Reporting, Planung, …

Wie groß ist Ihr Projektteam? Wer ist Ihr Projektleiter?

Wichtig ist, dass es einen internen „Treiber“ für die MES Auswahl und Einführung gibt – einen Projektleiter. Dies ist bei einem Projekt dieser Größenordnung und Bedeutung ein Muss!

Sammeln Sie im MES Auswahl Team weitere wichtige Stakeholder z.B. Produktionsleiter, Qualitätsteam, Planung, Vertrieb, Logistik, Werker, etc. ! Dies garantiert eine möglichst komplette Sicht auf die Auswahl und Einführung.

Was sind Ihre Zeitleisten?

Wichtig: hier geht es nicht nur um die Auswahl des geeigneten MES! Entscheidend ist: „Wann ist das MES auf der Straße“? Dazu gehören ggf. eine oder mehrere Einführungsphasen. Auch hier sollte klar sein, wann welche Phase mit welchem Ergebnis beendet sein muss, damit die Voraussetzungen für die nächste Phase gegeben sind.

All diese Fragen helfen Ihnen Ihr MES Projekt zu strukturieren und zu steuern. Vor allem helfen Sie in weiteren Phasen weil Sie nun klare Aussagen gegenüber den MES Herstellern, Projektdienstleistern und weiteren direkt oder indirekten Projektbeteiligten haben.

Klarheit für Sie!

Klarheit ist wichtig auch in allen (weiteren) Phasen einer MES Auswahl – sie sollte sich durch den gesamten Auswahlprozess ziehen! Dazu mehr in weiteren Blogartikeln.

Sie benötigen Klarheit für den Einstieg in die MES Auswahl? Sie fragen sich, ob das Thema Digitalisierung der Produktion jetzt Sinn macht und was es für Sie bedeutet?

Sehr gern stehe ich Ihnen in einem kostenfreien Strategiegespräch für Ihre Fragen zur Verfügung – ich berate Sie mit meiner langjährigen IT Automatisierung und MES Expertise interaktiv und ONLINE! 

Klicken Sie hierzu einfach auf den blauen Button unter diesem Blogbeitrag. Ich freue mich auf Sie!

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